Praxisleitfaden zum Immobilien-IRR

Bei Immobilieninvestitionen ist der IRR besonders wertvoll – er berücksichtigt nicht nur den Kaufpreis und Verkaufserlös, sondern auch alle laufenden Cashflows dazwischen. So nutzen Sie ihn richtig.

Was macht Immobilien-IRR besonders?

Im Gegensatz zu anderen Investitionen haben Immobilien mehrere Cashflow-Quellen:

  • Mieteinnahmen: Regelmäßige monatliche oder jährliche Erträge
  • Wertsteigerung: Potentieller Gewinn beim Verkauf
  • Steuervorteile: Abschreibungen und andere Vergünstigungen
  • Betriebskosten: Instandhaltung, Versicherung, Steuern

Die wichtigsten Cashflow-Komponenten

Jahr 0: Anfangsinvestition

  • Kaufpreis der Immobilie
  • Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, Makler)
  • Renovierungskosten
  • Abzüglich: Finanzierungsbetrag (bei Fremdfinanzierung)

Jahre 1 bis n: Laufende Cashflows

  • Mieteinnahmen (mit Mietsteigerung rechnen)
  • Minus: Nicht umlegbare Betriebskosten
  • Minus: Instandhaltungsrücklagen
  • Minus: Zinszahlungen bei Kredit
  • Minus: Leerstandsrisiko (typisch 3-5%)

Verkaufsjahr: Endinvestition

  • Verkaufspreis (mit Wertsteigerung)
  • Minus: Maklerkosten beim Verkauf
  • Minus: Restschuld des Kredits
  • Minus: Spekulationssteuer (falls innerhalb von 10 Jahren)

Beispielrechnung

Eine Wohnung für 200.000 € mit 20% Eigenkapital (40.000 €), Nebenkosten 15.000 €, Nettomiete 8.400 € pro Jahr, Wertsteigerung 2% jährlich, Verkauf nach 10 Jahren:

Ergebnis: Der IRR dieser Investition liegt bei ca. 8-10%, abhängig von den genauen Annahmen. Probieren Sie unseren Immobilien-IRR-Rechner für Ihre eigene Analyse.

Typische IRR-Werte bei Immobilien

  • 5-8%: Konservative Core-Immobilien in guten Lagen
  • 8-12%: Value-Add-Strategien mit Wertsteigerungspotenzial
  • 12-20%: Opportunistische Investments mit höherem Risiko
Wichtig: Diese Werte gelten als Richtwerte. Ihr persönlicher IRR hängt stark von Kaufpreis, Finanzierungskonditionen und lokalen Marktbedingungen ab.

Häufige Fehler vermeiden

  • Zu optimistische Mietprognosen: Kalkulieren Sie konservativ.
  • Leerstand unterschätzen: Rechnen Sie mit 1-2 Monaten pro Jahr.
  • Instandhaltung vergessen: Planen Sie 1-2% des Wertes jährlich ein.
  • Verkaufskosten ignorieren: Makler und Steuern können 10% ausmachen.